Nur noch...

5 Tage von meinem Neuanfang entfernt. Nächste Woche bin ich endlich fertig mit der Schule.

Wenn ich so darüber nachdenke empfinde ich eine tiefe Erleichterung. Eine Erleichterung darüber, dass sich endlich die nächsten Schritte meines Lebens auf einen Neuanfang zusteuern werden. Bisher kam mir diese Vorstellung vom "neuen Leben" immer so irreal, so fern vor.

Und jetzt stehe ich so kurz davor.. vor diesem neuen Leben, wonach ich mich in den letzten Jahren zunehmend gesehnt habe.

Ich weiß, dass sich mein Leben nicht von einen auf den anderen Tag schlagartig verändern wird. Aber ich weiß, dass ich nach der Schule die Kraft haben werde mich auf das Wesentliche konzentrieren zu können - Nämlich auf mich selbst. Ich möchte mich nie wieder von irgedwem einengen lassen, möchte mich frei entfalten können. Das geht nur, wenn ich den großen Balast, der sich in den letzten 6 Jahren in mir aufgestaut hat, abwerfe.

6 verdammte Jahre, in denen so viel passiert ist. 6 Jahre, in denen der Balast nicht nur an Schwere, sondern auch an Vielfältigkeit gewachsen ist. Der Tod meines Vaters. Die ersten Selbstzweifel, die mich damals in ein tiefes, schwarzes Loch eingesogen haben. Die Verzweiflung, der Wunsch danach, diesem "sinnlosen" Leben ein Ende zu setzen. Der Weg raus aus diesem Loch. Die nächsten Zweifel. Die ersten Zweifel an meiner Überzeugung, meinem Glauben. Identitätskrise. Wer bin ich, wo stehe ich im Leben, was will ich in meinem Leben erreichen? Die Erkenntnis. Die Konsequenz daraus. Mein "Austritt" aus der Gemeinde. Das nächste Problem: altmodische Wertevorstellungen/Tradition vs. Wunsch nach mehr Freiheit. Die vielen Streitereien zwischen meiner Mutter und mir. Die vielen Tränen, die deswegen schon vergossen wurden. Meine Rebellion. Die Erkenntnis, dass diese zwecklos ist. Meine Erkenntnis: alles dulden, meine Mutter so nehmen wie sie ist. Bis zum Abitur. Danach: ausziehen und studieren. Das Unverständnis vieler Leute, die diesen "Plan" nicht nachvollziehen können - und dennoch vorgaukeln, es zu vestehen. Die erste Einsicht über meine "wahren" Freunde. Die mittlerweile sichere Einsicht darüber, mich von den "falschen" Freunden zu trennen und meinen eigenen Weg zu gehen. Ihnen den Rücken zuzukehren, mich auf die Leute konzentrieren, mit denen ich mir eine Zukunft vorstellen kann. 

 

 

 

yourstar am 5.6.10 12:33

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